Die ewige Paradoxie

25. August 2014

Schiiten gegen Suniten, Muslime gegen Juden, Protestanten gegen Katholiken. Nein, es ist wahrlich kein originelle Erkenntnis, dass sich unterschiedlichen Glaubensrichtungen nach wie vor mit großer Wonne zu bekämpfen und zu bekriegen scheinen. Das war so, das ist so und das ist wird auch immer so bleiben. In dem Sinne könnte man das Thema ganz resignativ abhaken. Und doch lassen einen die neuerlichen Konflikte im Irak und im Gaza-Streifen irgendwie fassungslos zurück.

Religion ist trotz aller Aufklärung, trotz aller liberalen Strömungen unserer Zeit nach wie vor die aussichtsreichste Triebfeder, wenn es darum geht, sich mit wachsender Begeisterung nach dem Leben zu trachten. Die Paradoxie, die sich hierin auftut, sollte man dabei nicht müde werden zu benennen: Das, was einem Kraft, Halt und Orientierung geben soll, macht die Menschen vor allen Dingen ignorant, gewalttätig und rücksichtslos. Der Weg von tiefer Überzeugung zu höchstem Fanatismus scheint eben nicht allzu weit zu sein.

So weit, so traurig. Aber was kann ein Ansatz sein, um dem womöglich größten Übel Herr zu werden? Der wohl gemeinte Verweis auf Toleranz und Respekt wird allzu oft in den Weiten  des Fanatismus verhallen. Die Fronten sind zu verhärtet, als dass sich einfache Lösungen aufdrängen würden. Also doch in Resignation verfallen? Wenn es um eine kurzfristige Besserung geht: Ja. Und auch langfristig sind die Perspektiven eher düster.

Die einzige Hoffnung, die bleibt, ist, dass die positiven Beispiele religionsübergreifender Projekte weiter an Zustimmung und Strahlkraft gewinnen. Sollte dies zu viel der Illusion sein, bliebe nur der Appell an die führenden Glaubensvertreter (vom Papst bis zum Imam), sich endlich zu ihrer Verantwortung zu bekennen und ihre Angehörigen zu Toleranz und Gewaltlosigkeit anzuhalten. Aber das ist wohl auch nur ein – frommer – Wunsch.

Festival der Eitelkeiten

18. August 2014

Ja, auch ich habe inzwischen verstanden, dass Fußball sehr viel mehr ist als 90 Minuten elf gegen elf. Fußball ist vor allen Dingen Entertainment, Show, Spektakel und Theater. Da wird skandalisiert, hochgejazzt und inszeniert. Weil es eben so noch schöner, spannender unter unterhaltsamer ist.

Trotz aller Inszenierungen und skurriler Theatralik, die eben irgendwie ihre Berechtigung hat, ist das mehraktige Drama „Bayern gegen den BVB und zurück“ inzwischen nicht mehr zu ertragen. Was sich die Herren Rummenigge, Watzke, Zorc & Co. da Woche für Woche bzw. Tag für Tag an Verbalscharmützeln leisten, ist weder unterhaltsam noch belebend, sondern schlicht und einfach nervend.

Es scheint, als befinde sich der deutsche Fußball in seiner Spitze auf dem Niveau eines Kindergartens. Gezänk, Schmollerei und Uneinsichtigkeit – immer ist der andere schuld daran, dass man sich in einem nicht zu lösenden Streit befindet. Fußballgott, lass’ Niveau vom Himmel sinken.

Ich glaube allmählich nicht mehr daran, dass es sich bei dem wonnevoll gelebten Zwist um eine kühl kalkulierte Inszenierung handelt, mit der man sich und das Business noch ein bisschen interessanter machen will. Es ist, dazu braucht es keine psychologische Vorbildung, ein Festival der Eitelkeiten, bei dem sich jeder Akteur bestmöglich profilieren möchte. Was, wie wir regelmäßig sehen, gründlich nach hinten losgeht.

Insofern bleibt die Hoffnung, dass zumindest die Erkenntnis, dass man sich mit solcherlei Tiraden nur selbst das Image beschädigt, zur Besserung beiträgt. Allein mir fehlt der Glaube…

Wunschzettel

11. August 2014

Endlich wieder Bundesliga. In zehn Tagen geht es wieder los. Nach mehr als drei Monaten Pause startet die Liga in ihre neue Saison. Was uns erwartet? Schau’n mer mal. Aber ein paar Wünsche hätte ich doch:

- weniger Bayern vs. BVB-Trashtalk
- weniger BVB vs. Bayern-Trashtalk
- keine Handelfmeter-Debatten
- einen schweigsamen Neururer
- einen noch schweigsameren Basler
- weniger Länderspielpausen (hoffnungslos)
- Verzicht auf dauernde Weltmeister-Benennungen
- mehr Fußball und weniger Psychologie-Gespräche (Sportstudio)
- keine Götze-Nike-Bilder
- keine Großkreutz-Döner-Blasen-Tiraden
- viele Tore
- mehr Ergebnisse, die sich an meinen Tipps orientieren
- mehr Torschützen aus meinem Managerspiel-Kader
- keine anerkannten Abseitstore
- eine Meisterschaftsentscheidung am letzten Spieltag
- aber eben doch mit dem Meister: Bayern