Die 7. Ausgabe von “Blogspot360” ist online! In diesen Tagen natürlich zur EM.

Diesmal mit dabei Andreas Althoff (Baziblogger), Felix Flemming von Medien-Sport-Politik und Stefan Helmer von den Clubfans United. Der Moderator war wie immer derselbe…

UEFAlgebra

25. Juni 2012

Fußball ist keine Mathematik. Das wissen wir nicht erst seit Karl-Heinz Rummenigge. Fußball ist gerade deshalb so beliebt, weil er so einfach ist und weder auf noch neben dem Platz besondere intellektuelle Fähigkeiten verlangt. Jeder, der will, kann und darf sich mit diesem simplen Sport auseinandersetzen, ohne fürchten zu müssen, vor große geistige Herausforderungen gestellt zu werden.

So weit, so falsch, hat uns die derzeit laufende Europameisterschaft doch offensichtlich eines besseren belehrt. Insbesondere die letzten Gruppenspieltage stellten dabei auch mathematisch geschulte Fußballexperten vor kaum lösbare algebraische Probleme. Welche Mannschaften unter welchen Umständen sich wann wo und vor allem wieso für das Viertelfinale qualifizieren würden, ließ sich denn auch mitunter auch nur unter Zuhilfenahme eines Abakus‘ und Ausblendung der Gesetze des Logik ermitteln.

Das perverseste Beispiel trug sich dabei in der Gruppe A zu. Zur Halbzeitpause der letzten beiden Gruppenspiele lagen die Russen vor Griechenland. Nach Abpfiff standen die Griechen vor Russland, und zwar ohne dass sich im direkten Duell der beiden Teams etwas getan hätte. Das Match endete mit einem 1:0, das auch zur Pause Gültigkeit hatte. Nur eben mit dem Unterschied, dass da die Griechen noch auf Platz 3 der Tabelle lagen und die Heimreise hätten antreten müssen.

Allein der Treffer der Tschechen im Spiel gegen Polen sorgte dafür, dass die Griechen plötzlich vor den Russen standen. Was sportlogisch nicht einleuchten will, erklärt sich mit Blick auf die Gesetzmäßigkeiten des sogenannten direkten Vergleichs. Da die Tschechen durch ihren Siegtreffer nunmehr sechs Punkte (und nicht mehr vier) aufwiesen, ergab sich die Entscheidung um den zweiten Platz aus dem Ausgang der Partie zwischen Griechenland und Russland, die jeweils beide vier Punkte vorwiesen. Griechenland war damit als Sieger im direkten Duell fürs Viertelfinale qualifiziert. Wären die Tschechen dagegen bei vier Punkten geblieben, hätte es einen Dreiervergleich gegeben, bei dem die Russen von ihrem 4:1 gegen Tschechien profitiert hätten…

Diese ganze Rechnerei ist also nicht nur kompliziert, sondern in ihren Ergebnissen höchst befremdlich, wenn nicht gar pervers. Bei einer Weltmeisterschaft wären übrigens die Russen ins Viertelfinale eingezogen, weil hier eben nicht der direkte Vergleich, sondern die Tordifferenz entscheidet. Was uns abermals zeigt, dass sich UEFA und FIFA nicht sonderlich grün sind. Und einen Ratschlag nahelegt, den man sich kaum auszusprechen traut: Man sollte sich mal ein Beispiel an der FIFA nehmen.

Die 6. Ausgabe von “Blogspot360” ist online! In diesen Tagen natürlich zur EM.

Mit dabei Axel Goldmann (Der 4. Offizielle), Tobas Singer von Meine Saison mit dem SVW und Torsten Wieland vom Königsblog. Die illustre Runde durfte ich moderieren.