Feigheit vor dem Feind

25. März 2013

Die Bundesregierung hat sich also entschieden: Man wird keinen eigenen Antrag im NPD-Verbotsverfahren vorlegen. Weil es den, so die offizielle Begründung, ja nicht bräuchte. Schließlich mache das ja schon der Bundesrat. Mit eben diesem hemdsärmeligen Beschluss zeigt unser Kabinett wieder einmal, von welcher moralisch-intellektueller Brillanz es ist…

Natürlich gibt es gute Gründe, sich für oder gegen ein solches Verfahren zu entscheiden. Und doch bleibt ein mehr als bitterer Beigeschmack, wenn sich ein Verfassungsorgan aus purer Feigheit vor dem Feind zurückzieht. Nichts anderes ist es letztlich, was diese Entscheidung motiviert hat. Man fürchtet die Niederlage und lässt es daher von vorne herein lieber bleiben. Feiger geht’s nimmer.

Dabei wäre ein Zeichen der Geschlossenheit in diesem Falle so wichtig gewesen sein. Zänkereien und Unstimmigkeiten können wir im Kampf gegen Rechts nicht gebrauchen. Gerade hier heißt es, mit einer Stimme zu sprechen. Die Regierung fällt dem Bundesrat mit ihrem Vorgehen in den Rücken. Die NPD dürfte sich feixend die Hände reiben.

Dass der feige Rückzug nicht zuletzt auf dem Mist der FDP gewachsen ist, verwundert wenig. Genauso wie die geradezu peinlichen Ausführungen ihres Vorsitzenden, der lapidar einwand, man könne Dummheit nicht mit Verboten beikommen. Als ob Nationalsozialismus ein Dummejungenstreich wäre. Ein bisschen mehr Ernsthaftigkeit würde gerade der FDP auch mal gut tun. Rückgrat übrigens auch.

Blogspot360 (XXIII)

18. März 2013

Die 23. Ausgabe von “Blogspot360” ist online!

Weiter geht’s mit dem Sportradio360-Blogger-Panel. Diesmal stand die Champions League im Mittelpunkt - mit Ben Neudek alias Der Stadtneurotiker, Felix Flemming (Medien-Sport-Politik) und Nick von anygivenweekend.

Aufgebläht

18. März 2013

Klopp wirft Heynckes Guttenbergtum vor, Heynckes nölt zurück, Watzke springt seinem Kloppo zur Seite. So könnte man das unlängst die Bundesliga bewegende China-Gate zusammenfassen und unter der Rubrik „Kindergarten” abhaken. Denn genau genommen war die ganze Diskussion derart lächerlich und belanglos, dass sie im Grunde keine weitere Darstellung lohnt. Auch den akademischen Grundkurs zur Frage „Wieviel wird im Profi-Fußball kopiert” können wir mangels zu erwartender Erkenntnisse getrost vergessen.

Was dieser Vorfall, so man ihn denn als solchen bezeichnen will, aber zeigt, ist, wie aufgebläht das Fußball-Geschäft (nicht nur) hierzulande derzeit ist. Da lechzt der Boulevard nach jeder nur halbwegs skandalträchtigen Meldung, um sie in den Folgetagen genüsslich Scheibchen für Scheibchen auszuschlachten. Dass sich hinter der Nachricht zumeist ein banales Nullum befindet, welches für die (Fußball-)Welt die Bedeutung des sprichwörtlichen Reissacks von - Achtung - China hat, spielt dabei keine Rolle. Was aufsehenerregend klingt, wird aufgebauscht, bis es auch wirklich Aufsehen erregt.

Wundern kann man sich über dieses Phänomen nicht mehr. Und große Kritik ist wohl auch kaum angebracht. So sind sie eben die Gesetze des Marktes. Was Quote, Klicks und Verkauf verspricht, wird ausgereizt bis zum Letzten. Was im Grunde auch nicht schlimm ist. Schließlich hat man als Zuschauer, User und Leser noch immer die Möglichkeit, sein Desinteresse zu bekunden. In diesem Sinne schweige ich denn jetzt auch besser. Es wäre alles gesagt von meiner Seite.