#GegenHassFuerRespekt

27. Juli 2015

Es ist wieder einmal so weit. Geschichte wiederholt sich und offenbart die widerwärtige Fratze von Hass und Gewalt. Was wir dieser Tage in Deutschland erleben müssen, kommt uns schrecklich bekannt vor: Flüchtlingswohnheime gehen in Flammen auf, ausländerfeindliche Parolen werden ohne Scham durch die Gegend und in Mikrofone krakeelt, Rassismus und Fremdenhass feiern fröhliche Urstände. Alles irgendwie schon einmal da gewesen, alles genauso unerträglich wie unentschuldbar. Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, gesellt sich zur Feindseligkeit auf den Straßen ein Ausländerhass 2.0: In den sozialen Medien, allen voran Facebook, wird grenzen- und skrupellos gehetzt, diskriminiert und verleumdet - mit Klarnamen und ohne einen Funken Respekt vor menschlicher Würde. Aufforderungen zu Gewalttaten sind da keine Seltenheit mehr – im Kampf gegen ausländische Flüchtlinge fallen schnell alle Hemmungen und münden in Aussagen, die ungläubiges Kopfschütteln auslösen und sprachlos machen.

Doch ich habe keine Lust, diesem ekelhaften Treiben wortlos zuzuschauen und mich damit zu begnügen, mir meine eigenen Gedanken darüber zu machen. Ich kann nicht viel tun, aber ich kann meine Stimme erheben, mich distanzieren vom Mob des Hasses und der Gewalt. Ich kann es nicht hinnehmen, dass Flüchtlinge, also Menschen, die ihre Heimat unter Inkaufnahme großer persönlicher Gefahren verlassen, um ein menschenwürdigeres Dasein zu führen, hierzulande auf menschenunwürdige Weise behandelt werden. Ich verurteile jede Form von Diskriminierung, ich wende mich gegen Hetze und Gewalt, ich teile die dumpfen Vorbehalte nicht.  Ich bin

#GegenHassFuerRespekt

Vielleicht mag mir ja der eine oder andere in diesem Statement folgen.

Ein paar Wünsche

20. Juli 2015

Die Sommerpause hat wieder voll zugeschlagen. Als Fußball-Fan befindet man sich im obligatorischen Loch und sehnt ihn herbei, den Wiederbeginn der Bundesliga. Knapp vier Wochen dauert es noch, ehe es wieder losgeht. Und auch ich bin schon wieder in Vorfreude und hätte da ein paar Wünsche:
- endlich richtige Topspiele am Samstagabend, bitte kein Köln – Hannover oder Frankfurt – Hamburg
- bitte keinen HSV, der sich ein drittes Mal durch die Relegation mogelt (entweder souverän drin bleiben oder mit Pauken und Trompeten untergehen)
- einen Meister aus München (ich kann nicht anders), der möglichst nicht schon wieder Wochen vor Saisonschluss als solcher feststeht oder – falls doch – die letzten Spiele dann mit mehr Ernsthaftigkeit angeht
- den einen oder anderen Trainerwechsel weniger, der als Ausdruck der Verzweiflung ein Zeugnis der Unfähigkeit abgibt (mit besten Grüßen nach Hamburg und Gelsenkirchen)
- keine Diskussionen über Hand oder Nicht-Hand, unnatürliche Bewegungen und Vergrößerung der Körperfläche
- etwas weniger oberflächliches Schiri-Gebashe, dessen sachlicher Gehalt gen Null geht
- eine spannende, mitreißende, torreiche Saison.

Man muss den Frauen-Fußball nicht mögen. Man muss sich die Weltmeisterschaft in Kanada nicht angeschaut haben. Man muss aus Political Correctness nicht vor Kritik zurückschrecken. Aber eines kann man nicht bestreiten: Lehrreich war die WM definitiv – für mich jedenfalls, ist mir doch dabei eine sprachliche Kuriosität aufgefallen. Bei (nahezu) allen Nationalitäten kann man sprachlich zwischen Weiblein und Männlein unterscheiden – nur nicht bei den Deutschen. So kennen wir Französinnen und Franzosen, Russinnen und Russen oder Australierinnen und Australier. Und in Deutschland? Gibt es nur die Deutschen, als Unisexbegriff sowohl das weibliche und das männliche Geschlecht umfassend. Die Deutsche, der Deutsche – praktisch ohne Unterschied, wird im Plural die Differenzierung sogar gänzlich unmöglich.

Warum also wird hierzulande so wenig differenziert? Ich weiß es nicht, bin angesichts dieses Befundes aber doch ein wenig verblüfft. Sollte der Feminismus ausgerechnet hier versagt haben? Oder ist dies – genau umgekehrt – der Gipfel der Gleichberechtigung. Wie auch immer, in jedem Falle bemerkenswert. Erklärungen? Gerne!